Photovoltaik auf der Nordostseite:
Ertrag, Sinnhaftigkeit und worauf es ankommt
Viele Eigenheimbesitzer in Norddeutschland fragen sich, ob sich eine Photovoltaikanlage auf der Nordostseite überhaupt lohnt, oder ob das Dach zwingend nach Süden zeigen muss. Die gute Nachricht: Die Nordostausrichtung ist deutlich günstiger als eine reine Nordseite, und mit moderner Modultechnik sowie einem durchdachten Konzept lassen sich auch auf Nordostdächern wirtschaftlich sinnvolle Anlagen betreiben. Genau das beantworten wir hier: mit Zahlen, Vergleichen und konkreten Empfehlungen.
Wie viel Ertrag bringt eine PV-Anlage auf der Nordostseite?
- Nordostausrichtung (ca. 45° Azimutabweichung von Süd) liefert deutlich mehr als reine Nordseite
- Ertrag je nach Neigungswinkel: rund 60 – 75 % einer optimal nach Süden ausgerichteten Anlage
- Flachdächer bis 10° Neigung: bis zu 80 % des Südertrags, Ausrichtung kaum relevant
- Diffusstrahlung macht in Deutschland mehr als 50 % der Gesamteinstrahlung aus
Der Ertrag einer Photovoltaikanlage auf der Nordostseite hängt maßgeblich vom Neigungswinkel des Dachs ab. Der Azimutwinkel, also die Abweichung der Dachausrichtung von der optimalen Südlage, beträgt bei Nordost rund 135°; eine reine Nordausrichtung entspricht 180°. Das klingt nach viel, relativiert sich aber erheblich, sobald das Dach flach ist.
Laut Auswertungen des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme (ISE) liegt der spezifische Jahresertrag einer PV-Anlage in Deutschland bei rund 950–1.000 kWh pro kWp für eine optimale Südausrichtung. Für die Nordostseite gelten folgende Orientierungswerte:
| Dachneigung (Nordost) | Ertrag gegenüber Südanlage | Bewertung |
|---|---|---|
| 0 – 10° (Flachdach) | 75 – 80 % | Sehr gut |
| 15 – 20° | 68 – 75 % | Gut |
| 25 – 30° | 62 – 68 % | Akzeptabel |
| 35° | 55 – 62 % | Grenzwertig |
| ab 40° | unter 55 % | Nur mit Speicher sinnvoll |
Ertrag konkret: Nordost versus Süd im Zahlenvergleich
Der Unterschied zur reinen Nordseite ist dabei nicht unerheblich: Nordost empfängt morgens direkte Sonnenstrahlen und profitiert den gesamten Vormittag von einem günstigen Einfallswinkel. Eine reine Nordseite erhält zu keiner Tageszeit direkte Einstrahlung, sie arbeitet ausschließlich mit diffusem Licht.
Typisch für norddeutsche Verhältnisse: Wer ein Nordostdach mit 25° Neigung hat, kann mit einer 10-kWp-Anlage einen Jahresertrag von rund 6.200–6.800 kWh rechnen. Dieselbe Anlage auf einem optimal nach Süden geneigten Dach läge bei rund 9.500–10.000 kWh. Dieser Rückstand lässt sich mit einem Batteriespeicher und konsequentem Eigenverbrauch auf ein alltagstaugliches Maß schrumpfen.
Zum Vergleich: Eine 5-kWp-Anlage auf der Nordostseite mit 35° Neigung erzeugt laut Referenzwerten aus photovoltaik.org rund 3.730 kWh pro Jahr. Eine reine Nordausrichtung bei gleicher Neigung liegt mit rund 3.100 kWh noch deutlich darunter. Nordost schlägt Nord bei jedem Neigungswinkel, weil die Morgenproduktion fehlt, sobald der Azimutwinkel auf 180° springt.
Dachneigung und Azimut: Warum die Nordostseite besser ist als ihr Ruf
- Azimutwinkel Nordost: ca. 135 – 180° Abweichung von Süd
- Unter 20° Dachneigung: Himmelsrichtung spielt kaum noch eine Rolle
- Diffusstrahlung macht über 50 % der deutschen Jahreseinstrahlung aus
- Aufständerung korrigiert zu steile Neigungswinkel bei Nordostdächern
Photovoltaik auf der Nordostseite wird oft pauschal abgelehnt, dabei übersieht diese Einschätzung eine wichtige physikalische Grundlage: Den Unterschied zwischen direkter und diffuser Strahlung.
Diffusstrahlung: Der unterschätzte Faktor
Diffusstrahlung bezeichnet das Sonnenlicht, das durch Wolken und Atmosphäre gestreut wird und aus allen Himmelsrichtungen auf eine Fläche trifft. In Deutschland macht dieser Strahlungsanteil laut Fraunhofer ISE mehr als 50 % der gesamten Jahreseinstrahlung aus, und er erreicht jede Dachfläche, unabhängig von deren Ausrichtung.
Für die Nordostseite bedeutet das: Selbst wenn die direkte Sonnenstrahlung morgens und zur Mittagszeit begrenzt eintrifft, arbeiten die Module an bewölkten Tagen und in den Übergangszeiten weiterhin produktiv. Gerade in Schleswig-Holstein, Hamburg und der norddeutschen Tiefebene mit ihrer vergleichsweise hohen Bewölkungsrate spielt dieser Effekt eine besondere Rolle.
Der Tagesverlauf auf einem Nordostdach
Eine Nordostausrichtung erzeugt ihr Tagesprofil asymmetrisch: Die Leistung steigt morgens früh an, erreicht ihren Höhepunkt am Vormittag und fällt ab Mittag deutlich ab, wenn die Sonne in den Süden wandert. Das ist kein Fehler, sondern eine bekannte und planbare Charakteristik. Mit einem Batteriespeicher lässt sich die Vormittagsproduktion zwischenspeichern und abends nutzen, was den Unterschied zur Südanlage im Alltag fast unsichtbar macht.
Dieser Tagesverlauf hat sogar einen konkreten Vorteil für Haushalte, die morgens viel Strom verbrauchen: Frühstück, Waschmaschine, Warmwasserbereitung, alles Verbraucher, die auf einem Nordostdach bereits in den Morgenstunden teilweise mit eigenem Solarstrom betrieben werden können.
Warum die Dachneigung wichtiger ist als die Ausrichtung
Je flacher das Dach, desto geringer der Einfluss des Azimutwinkels. Bei einer Neigung von unter 15° liegen alle Ausrichtungen, von Ost bis Nord bis West, ertragsmäßig sehr eng beieinander. Die Faustregel lautet: Unter 20° Dachneigung spielt die Himmelsrichtung kaum noch eine Rolle.
Auf steilen Nordostdächern über 35° ist hingegen mehr Sorgfalt bei der Planung gefragt. Hier empfiehlt sich eine individuelle Ertragsprognose auf Basis der tatsächlichen Dachgeometrie und der lokalen Wetterdaten. Alternativ lässt sich durch eine gezielte Aufständerung der Module der effektive Neigungswinkel korrigieren, mehr dazu im Abschnitt zur Planung.
Nordostseite, Nordseite oder Ost-West: Ein direkter Vergleich
- Nordost (NE) liefert mehr als reine Nordseite, durch Morgenproduktion mit Direktstrahlung
- Ost-West-Aufständerung auf Flachdächern erzielt bis zu 90 % des Südertrags
- Satteldach Nordost: besser als Nordseite, schlechter als Ost oder Südost
- Kombination Nordost- und Südwestseite: oft die wirtschaftlich stärkste Lösung
Dieser direkte Dreiwegevergleich fehlt in den meisten allgemeinen Ratgebern, dabei ist er für Hausbesitzer mit einem Satteldach besonders relevant: Welche Dachhälfte lohnt sich eher, und wann ist eine Ost-West-Aufständerung die bessere Wahl?
Ausrichtungsvergleich: Nordostseite, Nordseite und Ost-West im Überblick
| Kriterium | Nordostseite (NE) | Nordseite (N) | Ost-West-Anlage |
|---|---|---|---|
| Typischer Ertragsfaktor vs. Südoptimum | 65 – 80 % | 55 – 70 % | 80 – 90 % |
| Azimutabweichung von Süd | ca. 135° | 180° | 90° (je Seite) |
| Optimale Dachneigung | 15 – 25° | 10 – 20° | 10 – 30° |
| Diffusstrahlung genutzt | Gut | Gut | Sehr gut |
| Direktstrahlung Morgen | Vorhanden | Kaum | Vorhanden (Ostseite) |
| Direktstrahlung Nachmittag | Gering | Kaum | Vorhanden (Westseite) |
| Winterertrag | Mittel | Niedrig | Mittel |
| Aufständerung sinnvoll | Bei Neigung > 30° | Bei Neigung > 25° | Selten nötig |
| Wirtschaftlichkeit mit Speicher | Gut | Bedingt | Sehr gut |
| Empfehlung | Gut geeignet, insbesondere bei flacher Neigung und hohem Eigenverbrauch | Möglich bei Neigung < 20° und günstigen Rahmenbedingungen | Optimale Wahl bei beidseitig nutzbarem Dach |
Ertragsfaktoren basieren auf typischen Einstrahlungswerten für Norddeutschland. Individuelle Gegebenheiten (Verschattung, Gebäudeumgebung) können abweichen. Stand: Juli 2026.

| Ausrichtung | Ertrag vs. Südoptimum | Besonderheit | Empfehlung |
|---|---|---|---|
| Nordost (NE) | 60 – 75 % | Morgenproduktion, Diffuslicht | Gut bei flacher Neigung |
| Nord (N) | 50 – 65 % | Nur Diffusstrahlung, kein Direktlicht | Nur bei unter 20° Neigung sinnvoll |
| Ost-West (aufgestellt) | 80 – 90 % | Hoher Eigenverbrauch, gleichmäßig | Beste Alternative auf Flachdächern |
| Süd (optimal) | 100 % | Maximaler Direktertrag mittags | Referenzwert |
Satteldach mit Nordost- und Südwestseite: Die Kombilösung
Wer ein Satteldach mit Nordost-Südwest-Ausrichtung hat, steckt in einer komfortablen Lage: Beide Dachhälften können belegt werden. Die Südwestseite liefert den Löwenanteil des Ertrags (rund 90 % einer reinen Südanlage), während die Nordostseite den Tagesertrag nach vorne verschiebt und die Morgenproduktion sichert. Das Ergebnis ist ein gleichmäßigeres Tagesertragsprofil mit weniger Mittagsspitze, und damit eine bessere Basis für Eigenverbrauch ohne Spitzenüberschuss.
Die Nordostseite schlägt die reine Nordseite klar, bleibt aber unter einer Ost-West-Aufständerung. Wer ein Flachdach hat und die Wahl besitzt, fährt mit einer Ost-West-Lösung ertragsmäßig besser. Wer ein Satteldach mit Nordostausrichtung hat und die Südseite nicht nutzen kann, etwa wegen Verschattung durch benachbarte Gebäude oder einer ungünstigen Gebäudeform, findet in der Nordostseite eine wirtschaftlich tragfähige Option.
Welche Module eignen sich besonders für die Nordostseite?
- Schwachlichtverhalten ist bei Nordostanlagen das wichtigste Auswahlkriterium
- TOPCon und HJT übertreffen ältere PERC-Technologie bei diffuser Einstrahlung messbar
- Bifaziale Module nutzen rückseitig reflektiertes Licht, besonders bei hellen Untergründen
- Höhere Moduleffizienz kompensiert geringere Fläche auf kleinen Nordostdächern
Die Modulwahl hat bei Nordostanlagen einen größeren Einfluss als bei optimal ausgerichteten Anlagen. Entscheidend ist das Schwachlichtverhalten, also die Fähigkeit, auch bei geringer Einstrahlung, diffusem Licht und niedrigen Temperaturen effizient Strom zu produzieren.

Modultechnologien im Überblick
| Modultechnologie | Schwachlichtverhalten | Eignung Nordostseite |
|---|---|---|
| PERC (Standard) | Mittel | Ausreichend bei flachen Dächern |
| TOPCon | Gut | Empfehlenswert |
| HJT (Heterojunction) | Sehr gut | Sehr empfehlenswert |
| Bifaziale Module | Gut bis sehr gut | Empfehlenswert (besonders auf hellen Untergründen) |
Was TOPCon und HJT auf Nordostdächern besser macht
TOPCon-Module (Tunnel Oxide Passivated Contact) und HJT-Module (Heterojunction Technology) nutzen eine verbesserte Zellstruktur, die Rekombinationsverluste reduziert. Konkret bedeutet das: Bei bewölktem Himmel oder niedrigem Sonnenstand, beides typisch für norddeutsche Morgen und Übergangszeiten, verlieren diese Module weniger Leistung als konventionelle PERC-Technologie. Der Vorteil liegt weniger beim Spitzenwert als bei der Gesamtarbeit über den Tag verteilt.
HJT-Module zeigen zusätzlich einen besseren Temperaturkoeffizienten. Das bedeutet: Bei niedrigen Temperaturen, wie sie in Schleswig-Holstein von Oktober bis März häufig auftreten, arbeiten HJT-Module effizienter als PERC. Gerade für Nordostdächer, die viel diffuses Winterlicht nutzen müssen, ist das ein messbarer Vorteil.
Bifaziale Module: Wann lohnen sie sich auf der Nordostseite?
Bifaziale Module erzeugen Strom von beiden Seiten, Vorder- und Rückseite. Auf der Nordostseite profitieren sie von dem Licht, das von der Dachfläche oder umliegenden hellen Flächen zurückgeworfen wird. Der Mehrertrag durch bifaziale Technologie hängt stark vom Albedowert des Untergrunds ab: Helle Dachziegel, weißer Kies oder schneebedeckte Flächen verstärken den Effekt. Auf dunklen Ziegeln fällt der Rückseitenertrag dagegen gering aus.
TOPCon- und HJT-Module zeigen bei diffuser Einstrahlung und niedrigen Temperaturen, beides typisch für norddeutsche Verhältnisse, messbar bessere Ergebnisse als ältere PERC-Technologie. Welche Technologie für Ihr Dach und Ihre Situation die sinnvollste ist, hängt von mehreren Faktoren ab: Dachneigung, Verschattungssituation, verfügbare Fläche und Eigenverbrauchsziel. Nordisch Solar plant jede Anlage als Einzellösung, wir legen uns nicht auf ein bestimmtes System fest, sondern wählen gemeinsam mit Ihnen die passenden Komponenten.
Lohnt sich Photovoltaik auf der Nordostseite wirtschaftlich?
- Eigenverbrauch ist wichtiger als Gesamtertrag, selbst genutzter Solarstrom spart den Netzstrompreis
- Einspeisevergütung 2026 nach EEG: 7,94 ct/kWh für Anlagen bis 10 kWp
- Batteriespeicher erhöht Eigenverbrauchsquote deutlich, besonders sinnvoll bei Nordostprofil
- Steildach über 40° mit reiner Nordostausrichtung: Wirtschaftlichkeit kritisch prüfen
Die Wirtschaftlichkeit einer Photovoltaikanlage auf der Nordostseite hängt weniger vom absoluten Jahresertrag ab als von der Frage, wie viel des erzeugten Stroms Sie selbst verbrauchen. Eigenverbrauch ist der entscheidende Hebel.
Wirtschaftlichkeit auf einen Blick: Drei typische Nordost-Szenarien
Kalkulationsbasis: Einstrahlungswerte Schleswig-Holstein (Fraunhofer ISE), Strompreis 32 ct/kWh, EEG-Einspeisevergütung 7,94 ct/kWh (Stand Juli 2026). Alle Angaben sind Richtwerte, eine individuelle Planung durch einen Fachbetrieb ist empfehlenswert.

Warum Eigenverbrauch wichtiger ist als der Gesamtertrag
Eingespeister Überschussstrom wird nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) vergütet, für Anlagen bis 10 kWp liegt die Vergütung aktuell bei 7,94 ct/kWh (Stand 2026). Selbst genutzter Solarstrom spart hingegen den Bezug aus dem Netz, und damit den vollen Haushaltsstrompreis von derzeit rund 30–33 ct/kWh. Der wirtschaftliche Hebel liegt also klar beim Eigenverbrauch: Jede selbst genutzte Kilowattstunde ist mehr als viermal so wertvoll wie eingespeister Strom.
Haushalte mit Wärmepumpe oder Elektrofahrzeug profitieren dabei besonders stark, weil beide Verbraucher gut steuerbar sind und sich auf die Vormittagsproduktion eines Nordostdachs abstimmen lassen.
Beispielrechnung: 10-kWp-Anlage auf dem Nordostdach in Schleswig-Holstein
Eine 10-kWp-Anlage auf einem Nordostdach mit 25° Neigung in Schleswig-Holstein erzeugt typischerweise rund 6.000–6.500 kWh im Jahr. Bei einer Eigenverbrauchsquote von 40 %, ohne Speicher, werden rund 2.400–2.600 kWh direkt genutzt. Den Rest speist die Anlage ins Netz ein. Ob und wie schnell sich die Anlage amortisiert, hängt von Ihrem individuellen Strombedarf, dem Netzstrompreis und der gewählten Anlagenkonfiguration ab. Nordisch Solar berechnet Ihnen diese Zahlen auf Anfrage konkret für Ihre Situation.
Batteriespeicher als Eigenverbrauch-Booster
Ein Batteriespeicher erhöht die Eigenverbrauchsquote erheblich, weil tagsüber erzeugter Strom abends und nachts genutzt werden kann. Gerade bei Nordostanlagen, deren Produktion stärker auf den Vormittag konzentriert ist, gleicht ein Speicher das Lastprofil sinnvoll aus. Typisch für norddeutsche Haushalte: Ohne Speicher liegt die Eigenverbrauchsquote einer Nordostanlage oft bei 30 – 45 %; mit einem gut dimensionierten Batteriespeicher steigt sie auf 60 – 75 %. Nordisch Solar plant und installiert Photovoltaikanlagen mit Speicher, von der Bedarfsermittlung bis zur Inbetriebnahme.
Wann lohnt sich die Nordostseite nicht?
Auf einem stark verschatteten Steilsatteldach mit mehr als 40° Neigung und reiner Nordostausrichtung sind die Ertragsverluste so groß, dass sich die Investition ohne Speicher und ohne hohen Eigenverbrauch kaum rechnet. In diesen Fällen prüfen wir gemeinsam, ob eine Ost-West-Aufständerung oder eine Teilbelegung anderer Dachflächen wirtschaftlicher ist. Auch Verschattung durch Nachbargebäude, Schornsteine oder Dachaufbauten kann den Ertrag stärker mindern als die Ausrichtung selbst, eine genaue Verschattungsanalyse gehört deshalb zur sorgfältigen Planung dazu.
Photovoltaik Nordostseite in Schleswig-Holstein und Hamburg: Was regional zu beachten ist
Photovoltaik auf der Nordostseite hat in Schleswig-Holstein und Hamburg besondere Bedingungen, und ausgerechnet diese sprechen für Nordostanlagen in der Region.
Küstenklima und hoher Diffuslichtanteil
Schleswig-Holstein und Hamburg sind bekannt für ein maritimes Klima mit vergleichsweise vielen Bewölkungstagen. Was auf den ersten Blick wie ein Nachteil klingt, ist für Nordostanlagen ein Vorteil: Diffusstrahlung, die an bedeckten Tagen dominiert, trifft jede Dachfläche gleichmäßig. Der Anteil der diffusen Strahlung an der jährlichen Gesamteinstrahlung liegt in Norddeutschland strukturell höher als im Süden, was den Ertragsunterschied zwischen Nordost und Süd gegenüber dem Bundesdurchschnitt etwas verringert.
Hinzu kommt: Die installierten Anlagen von Nordisch Solar in Pinneberg (8,01 kWp, Fertigstellung 2024) und Tornesch (14,26 kWp, Fertigstellung 2024) belegen, dass norddeutsche Verhältnisse rentablen Anlagenbetrieb ermöglichen, auch wenn die Globalstrahlung geringer ist als in Süddeutschland.
Typische Dachformen in Schleswig-Holstein: Was das für Nordostanlagen bedeutet
Im Großraum Hamburg und in Schleswig-Holstein dominieren ältere Einfamilienhäuser mit Satteldächern aus den 1960er bis 1980er Jahren. Viele dieser Dächer weisen eine Neigung von 25° bis 40° auf und sind nicht immer günstig nach Süden ausgerichtet, Baulücken, Grundstückszuschnitte und historische Straßenverläufe bedingen häufig Nordost- oder Nordwestorientierungen. Genau diese Häuser können mit einer sorgfältig geplanten PV-Anlage auf der Nordostseite trotzdem wirtschaftlich Solar nutzen.
Nordisch Solar betreut Privatkunden und Gewerbekunden in einem Radius von rund 25 – 30 km um Barmstedt, 25355, also in den Kreisen Pinneberg, Segeberg und dem westlichen Hamburg. Wir kennen die Dachgeometrien und Einspeisenetzstrukturen der Region aus der Praxis. Wenn Sie wissen möchten, was eine PV-Anlage auf Ihrem Nordostdach konkret bringen kann, sprechen wir das gerne in einem kostenlosen Erstgespräch durch, für Photovoltaik in Schleswig-Holstein und Photovoltaik in Hamburg gleichermaßen.
Elektromeister und Dachdeckermeister: Alles aus einer Hand
Die Installation einer PV-Anlage auf der Nordostseite erfordert, mehr als bei problemlosen Südanlagen, handwerkliche Erfahrung: Die Modulaufstellung muss exakt auf den Neigungswinkel und die Dachbeschaffenheit abgestimmt sein, die Kabellängen sind oft ungünstiger, und die Dachabdichtung rund um die Montage verdient besondere Sorgfalt. Nordisch Solar beschäftigt eigene Elektromeister und Dachdeckermeister im Team, alle Gewerke kommen aus einer Hand, ohne Subunternehmer-Koordination.
Planung einer Nordost-Anlage: Worauf Sie konkret achten sollten
- Verschattungsanalyse vor der Planung: Nachbargebäude, Schornsteine, Bäume erfassen
- Ertragsprognose auf Basis regionaler Wetterdaten, nicht nur Bundesdurchschnitt
- Wechselrichterauslegung an das asymmetrische Nordost-Tagesertragsprofil anpassen
- Anmeldung und Wirtschaftlichkeitsprüfung durch den Installateur klären lassen
Die Planung einer Photovoltaikanlage auf der Nordostseite unterscheidet sich in einigen Punkten von einer Standardanlage. Wer diese Besonderheiten kennt, vermeidet häufige Planungsfehler und holt das Maximum aus dem verfügbaren Dach heraus.
Schritt 1: Verschattungsanalyse vor der Modulplatzierung
Verschattung wirkt auf Nordostdächern stärker als auf Südanlagen, weil die Einstrahlung von vornherein geringer ist. Ein Schornstein, der auf einem Süddach kaum Auswirkungen hat, kann auf dem Nordostdach einen überproportional großen Ertragsbereich verschatten. Eine sorgfältige Verschattungsanalyse, idealerweise mit einem digitalen Simulationswerkzeug, zeigt, welche Dachflächen wirklich nutzbar sind und wo Module sinnvoll platziert werden können.
Schritt 2: Wechselrichter und Strangplanung für Nordostprofile
Das Tagesertragsprofil einer Nordostanlage zeigt eine klare Verschiebung in die Morgenstunden. Bei der Auslegung des Wechselrichters, der Gerät, das den erzeugten Gleichstrom in nutzbaren Wechselstrom umwandelt, muss diese Verschiebung berücksichtigt werden. Zu groß dimensioniert leidet der Wirkungsgrad bei kleinen Leistungen; zu knapp dimensioniert wird der Morgenertrag beschnitten. Bei Satteldächern mit Nordost-Südwest-Aufteilung empfehlen sich oft Wechselrichter mit zwei separaten MPP-Trackern, die beide Dachseiten unabhängig optimieren.
Schritt 3: Anmeldung beim Netzbetreiber und EEG-Förderung
Jede Photovoltaikanlage, ob auf dem Süd- oder Nordostdach, muss beim zuständigen Netzbetreiber angemeldet und im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur eingetragen werden. Die Einspeisevergütung nach EEG greift unabhängig von der Dachausrichtung und gilt für alle einspeisefähigen Anlagen. Nordisch Solar übernimmt die Anmeldung und alle behördlichen Schritte als Teil der Komplettdienstleistung, von der Bedarfserfassung über die Auslegung bis zur Anmeldung und Wirtschaftlichkeitsprüfung.
- Dachaufnahme: Neigung, Ausrichtung, Verschattungssituation und Dachbeschaffenheit erfassen
- Ertragsprognose: Standortspezifische Simulation mit regionalen Klimadaten für Schleswig-Holstein und Hamburg
- Anlagenplanung: Modulwahl, Wechselrichter, Speicher und Strangplanung individuell abstimmen
- Installation: Dacharbeiten, Elektroinstallation und Netzanbindung durch eigene Fachkräfte
- Anmeldung: Netzbetreiber, Marktstammdatenregister und Finanzamt, alles aus einer Hand
Lassen Sie uns zusammen über Ihre Photovoltaik-Lösung sprechen, ganz unverbindlich. Wir schauen uns Ihr Dach an und sagen Ihnen ehrlich, was möglich ist und was nicht.
Jetzt Beratung anfragenHäufige Fragen zur Photovoltaik auf der Nordostseite
Ist Photovoltaik auf der Nordostseite sinnvoll?
Photovoltaik auf der Nordostseite ist in vielen Fällen sinnvoll, besonders bei flachen Dächern und hohem Eigenverbrauch. Die Nordostausrichtung liefert deutlich mehr Ertrag als eine reine Nordseite, weil die Module morgens direkte Sonnenstrahlung erhalten und ganztägig von Diffusstrahlung profitieren. Ob sich die Investition im konkreten Fall lohnt, hängt von Dachneigung, Verschattung und Ihrem Strombedarf ab.
Wie viel Prozent Ertrag hat eine Nordostanlage im Vergleich zur Südseite?
Eine PV-Anlage auf der Nordostseite erzeugt je nach Dachneigung rund 60 – 75 % des Ertrags einer optimal nach Süden ausgerichteten Anlage. Bei sehr flachen Dächern unter 15° Neigung steigt dieser Wert auf 75 – 80 %. Bei steilen Dächern über 35° kann der Ertrag unter 60 % der Südanlage fallen. Entscheidend ist weniger die Ausrichtung als die Kombination aus Neigungswinkel, Modulwahl und Eigenverbrauch.
Welcher Neigungswinkel ist für ein Nordostdach ideal?
Je flacher die Neigung, desto geringer der Ertragsunterschied zur Südseite. Optimal sind Neigungswinkel unter 20°, da hier die Himmelsrichtung kaum noch ins Gewicht fällt. Bei steilen Dächern über 30° empfiehlt sich eine individuelle Ertragsprognose oder die Prüfung einer Aufständerung, die den Neigungswinkel der Module korrigiert und den Ertrag verbessert.
Ist ein Batteriespeicher bei Nordostausrichtung empfehlenswert?
Ein Batteriespeicher ist bei Nordostanlagen besonders sinnvoll, weil die Produktion stärker auf die Vormittagsstunden konzentriert ist. Der Speicher puffert überschüssigen Strom und stellt ihn abends und nachts zur Verfügung, das erhöht die Eigenverbrauchsquote von typisch 30 – 45 % ohne Speicher auf 60 – 75 % mit Speicher und verbessert die Wirtschaftlichkeit der Anlage spürbar. Nordisch Solar berät Sie gerne zu geeigneten Speicherlösungen.
Was kostet eine PV-Anlage auf der Nordostseite?
Die Kosten einer PV-Anlage auf der Nordostseite hängen von Anlagengröße, Modulwahl, Dachbeschaffenheit und eventuell benötigter Aufständerung ab. Nordisch Solar nennt Ihnen alle Preise transparent und detailliert im individuellen Angebot. Wir empfehlen, direkt ein kostenloses und unverbindliches Beratungsgespräch zu vereinbaren, auf Anfrage erstellen wir Ihnen eine vollständige Wirtschaftlichkeitsprognose für Ihr Dach.
Kann ich Nordostseite und Südwestseite gleichzeitig belegen?
Ja, und das ist oft die wirtschaftlich stärkste Lösung bei einem Satteldach mit Nordost-Südwest-Ausrichtung. Die Südwestseite liefert den Hauptertrag, während die Nordostseite die Morgenproduktion sichert. Das Tagesertragsprofil wird gleichmäßiger, die Spitzenleistung sinkt, und damit auch die Gefahr, dass Überschussstrom zu günstigen Tarifen eingespeist werden muss. Ein Wechselrichter mit zwei MPP-Trackern optimiert beide Dachseiten unabhängig voneinander.
Projekte & Referenzen
Unser Kunde ist überglücklich mit seiner neuen Photovoltaik-Anlage von Nordisch Solar! Mit einer Top-Leistung von 15,8 kWp ist er nicht nur zufrieden, sondern auch begeistert von der reibungslosen Abwicklung.
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